Der Blaukittel an sich
(Indigo indigo)
Der gemeine Blaukittel erhielt seinen Namen wegen der auffälligen
Färbung der männlichen Exemplare. Außer zu Balz und Paarung
halten sich die Geschlechter beim Blaukittel streng getrennt. Während
die Weibchen vereinzelt oder in kleinen Gruppen anzutreffen sind, bilden
die überaus geselligen Männchen große Rotten -- vor allem
auf dem Weg zur Tränke.
Daß sich die Rotte -- überwiegend -- in disziplinierten Zweierreihen
bewegt, ist ein Phänomen, das die Forscher seit jeher vor Rätsel
stellt.
Abb. 1: Erfahrene Blaukittel, sich diszipliniert in Zweierreihen
bewegend
Abb. 2: Bei den jüngeren Stücken überwiegt bisweilen der
Spieltrieb
Für den untrüglichen Orientierungssinn der Rotte wurde mittlerweile
eine befriedigende Erklärung gefunden. In gewissen Abständen befinden
sich besonders erfahrene Blaukittel in der Rotte (der Fachmann spricht vom
"Sucher"): Diese finden den Weg anhand der Losung früherer Streifzüge,
so daß der Rest der Rotte die nicht unbeträchtlichen Strecken
einigermaßen entspannt zurücklegen kann.
Abb. 3: Kapitale Blaukittel, nach Westen abstreichend, vorn im Bild der
"Sucher"
Abb. 4: Kapitale Blaukittel, nach Osten abstreichend;in der Bildmitte
ein weiterer "Sucher"
Die lateinische Bezeichnung Indigo indigo mag zunächst verwirren,
da sich der Blaukittel heute eher in einem leuchtenden Himmelblau
präsentiert als in Indigo. Der Grund ist in der Geschichte zu suchen:
Als die ersten, damals noch scheuen Exemplare bei uns gesichtet wurden, herrschte
in der Tat ein gedeckteres Dunkelblau vor. Mittlerweile ist der Blaukittel
zum Kulturfolger geworden. Nächtliche Straßenbeleuchtung und diverse
Umweltgifte haben zu dem Phänomen beigetragen, das unter der Bezeichnung
"Kittelbleiche" bekannt wurde.
Abb. 5: Links im Bild ein hochbetagtes Blaukittel-Männchen. Die
Färbung der Decke ist deutlich dunkler als bei seinen jüngeren
Artgenossen. Auch erste Anzeichen von Verwirrung deuten auf das hohe Alter
des Exemplars hin: Es bewegt sich außerhalb der Kolonne. |