Impressionen vom Büdericher Schützenfest 2000

Der Blaukittel an sich

Der Blaukittel im Jugendkleid

Der Blaukittel aus der Sicht des Weibchens

Der Blaukittel an sich
(Indigo indigo)

Der gemeine Blaukittel erhielt seinen Namen wegen der auffälligen Färbung der männlichen Exemplare. Außer zu Balz und Paarung halten sich die Geschlechter beim Blaukittel streng getrennt. Während die Weibchen vereinzelt oder in kleinen Gruppen anzutreffen sind, bilden die überaus geselligen Männchen große Rotten -- vor allem auf dem Weg zur Tränke.

Daß sich die Rotte -- überwiegend -- in disziplinierten Zweierreihen bewegt, ist ein Phänomen, das die Forscher seit jeher vor Rätsel stellt.

Abb. 1: Erfahrene Blaukittel, sich diszipliniert in Zweierreihen bewegend

Abb. 2: Bei den jüngeren Stücken überwiegt bisweilen der Spieltrieb

Für den untrüglichen Orientierungssinn der Rotte wurde mittlerweile eine befriedigende Erklärung gefunden. In gewissen Abständen befinden sich besonders erfahrene Blaukittel in der Rotte (der Fachmann spricht vom "Sucher"): Diese finden den Weg anhand der Losung früherer Streifzüge, so daß der Rest der Rotte die nicht unbeträchtlichen Strecken einigermaßen entspannt zurücklegen kann.

Abb. 3: Kapitale Blaukittel, nach Westen abstreichend, vorn im Bild der "Sucher"

Abb. 4: Kapitale Blaukittel, nach Osten abstreichend;in der Bildmitte ein weiterer "Sucher"

Die lateinische Bezeichnung Indigo indigo mag zunächst verwirren, da sich der Blaukittel heute eher in einem leuchtenden Himmelblau präsentiert als in Indigo. Der Grund ist in der Geschichte zu suchen: Als die ersten, damals noch scheuen Exemplare bei uns gesichtet wurden, herrschte in der Tat ein gedeckteres Dunkelblau vor. Mittlerweile ist der Blaukittel zum Kulturfolger geworden. Nächtliche Straßenbeleuchtung und diverse Umweltgifte haben zu dem Phänomen beigetragen, das unter der Bezeichnung "Kittelbleiche" bekannt wurde.

Abb. 5: Links im Bild ein hochbetagtes Blaukittel-Männchen. Die Färbung der Decke ist deutlich dunkler als bei seinen jüngeren Artgenossen. Auch erste Anzeichen von Verwirrung deuten auf das hohe Alter des Exemplars hin: Es bewegt sich außerhalb der Kolonne.

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