mjbs Büdericher Bote

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Vandalismus
in Werl und Büderich
 


Klasse! Endlich wieder Licht im Büdericher Hohlweg (Schanze). Weitere Aufnahmen von der Weihnachtsüberraschung der Stadt Werl für ihre erholungssuchende Bevölkerung auf der Seite Fotos vom Hohlweg.

Da bleibt dem Büdericher Boten die Spucke weg. Während er noch um Worte für den behördlicherseits durchgeführten Frevel am Büdericher Hohlweg (Schanze) ringt, holen Stadt und GWS den nächsten Hammer raus: Ein Verkehrsübungs-Zentrum soll in Werls ohnehin mickrigem Stadtwald entstehen. Dieser Plan, mit dem sich die Stadt Werl endgültig in eine Reihe mit Schilda stellt, ist so doof, daß sich jede ernsthafte Diskussion darüber eigentlich erübrigt!

Dennoch geben wir hier die Stellungnahme zweier Vertreter der Werler Umweltschutzverbände wieder, und zwar im Wortlaut. Der Text erschien leicht gekürzt als Leserbrief im Soester Anzeiger vom 19.2.2001 und zeigt, daß die Stadt nicht nur mit ihren (Natur-) Denkmälern, sondern auch mit ihren engagiertesten Bürgern ziemlich gedankenlos umgeht.

Schleudern im Stadtwald

Da haben wir’s.

Die östliche Seite des Stadtwalds wird nun endgültig zum Straßenbegleitgrün degradiert.

In der Sache ergeben sich folgende Konsequenzen:

  • Statt auf der Haar Flächen zu entsiegeln und im Sinne eines vernünftigen Hochwasserschutzes aufzuforsten, werden zusätzliche Flächen versiegelt. Erinnert man sich in diesem Zusammenhang daran, wie teuer die Regenrückhaltewerke auf Werler Stadtgebiet bereits waren, kann man nur den Kopf schütteln.
  • Statt den Werler Bürgerinnen und Bürgern in ihrer ohnehin extrem waldarmen Umgebung die Gelegenheit zu geben, bei einem Spaziergang oder beim Joggen in Ruhe und in guter Luft Erholung zu finden, mutet man diesen Autolärm und Abgase an einer Stelle zu, wo dies absolut überflüssig ist.
  • Statt das Verkehrsaufkommen auf unserem Stadtgebiet auf das Notwendige zu beschränken, errichtet man einen weiteren Anziehungspunkt, der von Autos besucht wird. Man stelle sich einmal vor, dieses Vorhaben wäre in Hilbeck geplant, sicher würde sich schnell Protest regen!
  • Statt mit der Aufforstung der ursprünglich bewaldeten Flächen im Stadtwald aktiven Landschaftsschutz zu betreiben und dem natürlichen Arteninventar der Oberbörde den ohnehin massiv beschnittenen Lebensraum ein Stück zurück zu geben, folgt man dem bekannten Grundprinzip, jede nur mögliche Fläche unbedingt gewerblich nutzen zu müssen.

Diese Folgen sind den politisch Verantwortlichen völlig gleichgültig. Sie sollten dies aber auch offen vertreten und in ihren Sonntags- und Fensterreden nicht immer vom Umwelt- und Landschaftsschutz schwätzen. Wer dem Beton und dem Asphalt den Weg bereitet, sollte auch dazu stehen.

Ratsbeschlüsse, die Optionen für die Umwelt fordern, werden mit einer immer größeren Kaltschnäuzigkeit ignoriert. Immer wieder wurden die Vertreter des ehrenamtlichen Naturschutzes vertröstet bzw. belogen.

Die Äußerung der GWS, man vergrößere doch die Waldflächen, wo es nur gehe, kann man in diesem Zusammenhang nur als Frechheit betrachten.

Letztendlich bleibt zu fragen, ob es in Werl noch irgendeinen Sinn macht, sich für die Belange der Umwelt - also für die Belange aller Bürgerinnen und Bürger - zu engagieren. Da der Naturschutz selbst - im Unterschied zu allen anderen Seiten - keinen finanziellen Nutzen aus seinem Engagement trägt, ist seine Lobbywirkung klein. Wir sind es einfach leid, für die Politik den "umweltpolitischen Ausputzer" zu spielen - etwa bei der AGENDA-Arbeit - während gleichzeitig auf eiskalte Weise Profitinteressen durchgesetzt werden. Als wir in der Umweltausschusssitzung am 30.11. des vergangenen Jahres beklagten, dass die Natur im Nutzungskonflikt immer der Wirtschaft unterliege, wurde uns tröstend entgegen gehalten, dies stimme doch gar nicht. Es stimmt doch.

Für die Werler Naturschutzverbände

Josef Lefarth (Naturschutzgruppe des Neuen Heimat- und Geschichtsvereins)
Reinhard Lapornik-Jürgens (BUND)

Halb zog er sie, halb sank sie hin: Man kann sich des Eindrucks schwer erwehren, daß sich die Stadt Werl nicht ungern über den Tisch ziehen läßt, wenn es um die Belange des Natur- oder Denkmalschutzes geht. Und wenn jemand das Zauberwörtchen "Arbeitsplätze" in den Mund nimmt, verliert man - nicht nur hier - auch die letzten Hemmungen.

Warum auch nicht? Schließlich können wir von Paderborn oder Dortmund, Münster oder Düsseldorf in Richtung Erholung jetten...

mjb

Tun Sie was!

Unterzeichnen Sie die Resolution des "Büdericher Boten" zum schonenden Umgang mit der Natur in Werl und gegen ein Fahrtrainingszentrum im Stadtwald!

Schauen Sie nach, wer die Resolution bereits unterzeichnet hat.

St. Kunibert

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